Normalschule Jyväskylä (Übungsschule der Universität Jyväskylä)

saksanlippu_50.jpgDie Normalschule Jyväskylä ist eine der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Jyväskylä zugehörige Übungsschule, die zugleich Grundschul- (Klasse 1–9) und Gymnasialunterricht (Klasse 10-12) organisiert. Im Herbst 2014 hatte die Schule 1010 Schüler/-innen, von denen 705 die Grundschule und 305 das Gymnasium besuchten. In der Schule arbeiten 90 Lehrer/-innen und 12 sonstige Mitarbeiter/-innen.

Die Normalschule operiert in zwei verschiedenen Gebäuden. Die Unterstufe befindet sich am Westrand des Universitätsgeländes in der Straβe Pitkäkatu 8. Das Oberstufen- und Gymnasiumsgebäude seinerseits liegt am Nordrand des Geländes in der Straβe Yliopistonkatu 1. Die Unterstufe wurde im Jahr 1866 gegründet, die höheren Stufen im Jahr 1915.

Es ist die Aufgabe der Normalschule, den Grund- und Gymnasialunterricht, sowie die Referendarsausbildung, die Entwicklungs-, Experiment- und Forschungsaktivitäten und die Lehrerfortbildung zu organisieren. Das Referendariat wird für eine umfangreiche Lehrerqualifikation von Klassen-, Sonder- und Fachlehrern/-innen gefordert. Auch die künftigen Studienberater/-innen und die auf Englisch studierenden JULIET-Studenten/-innen absolvieren einen Teil ihres Unterrichtspraktikums in der Normalschule.

Für ihre Schüler/-innen erteilt die Normalschule Unterricht gemäβ den Lehrplänen für grundlegenden und gymnasialen Unterricht. Das Unterrichtsprogramm ermöglicht es den Auszubildenden, ihre Studien sportlich, mathematisch-naturwissenschaftlich oder linguistisch auszurichten. Die Normalschule nimmt an der nationalen Lehrplanarbeit für Grund- und Gymnasialunterricht aktiv teil. Eine weitere Aufgabe der Schule ist es, Schulung über die praktische Verwirklichung der Lehrpläne zu geben und neue Unterrichtsmodelle zu entwickeln.

Im Rahmen des Grundunterrichts entwickelt die Schule Modelle für die Vereinheitlichung des Unterrichts und dient als eine inklusive Nahbereichsschule für alle Schulpflichtigen im Schulbezirk. Das Gymnasium der Normalschule gehört zum Gymnasiennetzwerk der Region Jyväskylä. Die Hauptaufgabe der Gymnasialausbildung ist es, als eine Grundausbildung für vielseitige Hochschulstudien zu dienen.

Die Normalschule bemüht sich, ihren Unterricht und ihren Lehrerbildungsauftrag wissenschaftsbasierend zu entwickeln und sich stärker als früher als eine Forschungs-, Experiment- und Entwicklungsschule fortzuentwickeln. Die Schule beteiligt sich auch an der Erzeugung von Fortbildungsdiensten.

Die Normalschule hat zielbewusst und ausdauernd gearbeitet, um eine anspruchsvolle und pädagogisch zweckmäßige informations- und kommunikationstechnische Lernumgebung zu entwickeln. Die Schüler/-innen werden für eine moderne Informationsgesellschaft vorbereitet, und das Referendariat bietet den künftigen Lehrern/-innen eine gute Gelegenheit, Informations- und Kommunikationstechnologie im Unterricht zu benutzen. Die Schule engagiert sich aktiv im eNorssi-Partnernetzwerk der finnischen Übungsschulen (www.enorssi.fi).

Die internationalen Aktivitäten der Normalschule von den ersten Klassen der Unterstufe bis zum Gymnasium sind vielfältig. Die Schule unterhält und entwickelt internationale Partnerprojekte mit Hilfe ihres kompetenten Personals und durch EU-Programme (CIMO, Comenius), die UNESCO und das finnische Zentralamt für Unterrichtswesen.

Die Übungsschule nimmt auch an den folgenden Projekten teil:

1. Die Anwendung problemorientierter Pädagogik zur Entwicklung des Wissenschaftsunterrichts. Der Wissenschaftsunterricht zielt darauf ab, die Formation eines vielseitigen Weltbildes im Lernenden zu fördern. Die pädagogische Verwirklichung des Wissenschaftsunterrichtsprojektes basiert auf problemorientiertem und forschendem Lernen. Der Unterricht bietet konkrete Erfahrungen, die die Entwicklung des logischen und kritischen Denkens voranbringen. Durch diese Einführung in den Wissenschaftsunterricht lernen die Referendare/-innen aktive, forschungsbasierte und schülerorientierte Handlungsweisen während des Unterrichtspraktikums.

2. Das Unternehmerausbildungsprojekt bietet konkrete Erfahrungen, die die Entwicklung eines inneren und äuβeren Unternehmungsgeistes fördern.

3. Das Ziel des Internationalisierungsprojektes ist es, die internationalen Aktivitäten der Normalschule zu entwickeln, zu erweitern und zu vervielfältigen.

4. Die Strategie für die Anwendung der Informations- und Kommunikationstechnologie strebt danach, dem Schulunterricht sowie dem Referendariat eine hochwertige und vielseitige IKT-Umgebung zu bieten. Das Ziel ist es, Kompetenz auch in der Anwendung von IKT im Unterricht zu entwickeln.

5. Das Sportwissenschaftliche Institut der Universität Jyväskylä koordiniert ein Projekt, das auf nationaler Ebene für die Fortbildung von Sportlehrern/-innen sorgt.

6. Das Agora Center koordiniert das Projekt "Tytöistä teknologian taitajia" [Mädchen als Technologie-Kenner], das zu einem umfangreichen internationalen, EU-finanzierten Technologie-Entwicklungsprojekt unserer Schule gehört.

7. Die Normalschule nimmt am Projekt ”Openpolku – Laaja-alaisen opettajuuden vahvistaminen” [Lehrerpfad –Verstärkung eines umfangreichen Lehrertums] teil, das von der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Jyväskylä koordiniert wird.

Die Aufgaben der Normalschule Jyväskylä umfassen auch die Forschung und Entwicklung des Referendariats, des Lernens und des Unterrichts. In der Schule werden der Unterricht und die Lehrerausbildung wissenschaftsbasierend, untersuchend und experimentierend entwickelt. Nach ihrer Arbeitsbeschreibung sind die Lehrer/-innen der Schule Entwickelnde Lehrer/-innen, und die Schule selbst eine Entwickelnde Schule, besonders im Bereich des Unterrichtspraktikums, das eine von ihren Grundaufgaben ist.

Die Normalschule Jyväskylä hat ihre eigene Publikationsserie, in der Rapporte und Artikel über in der Schule verwirklichte Forschungs-, Experiment- und Entwicklungsprojekte veröffentlicht werden. Diese Publikationen erscheinen meistens auf Finnisch. Viele Universitätsstudenten/-innen schreiben in der Normalschule ihre Abschlussarbeiten, die in den jeweiligen Fachinstituten der Universität beurteilt werden. Eine Genehmigung zur Durchführung von Abschlussarbeiten oder anderen Studien in der Normalschule wird beim leitenden Schuldirektor oder bei der Person, die in der Schule Forschungs-, Experiment und Entwicklungsaktivitäten koordiniert, beantragt.